Ablauf einer Beratung

Vor einer Beratung sollten die zu Beratenden sich beim Betreuungsverein informieren. Dann sollten sie in den Besitz der Broschüre gelangen, damit sie sich auf das Beratungsgespräch vorbereiten können (Durchlesen der Broschüre). Meistens ist es so, dass wir vorab am Telefon schon einige Informationen geben können, und dann kann ein Beratungstermin vereinbart werden. Es ist auch schon vorgekommen, dass Angehörige eines dementen Familienmitgliedes angefragt haben, ob für diese Menschen noch eine Verfügung erstellt werden kann, was wir dann verneinen mussten, da man im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte sein muss. Wenn man während einer Beratung merkt, dass der zu Beratende nicht mehr in der Lage ist, die Broschüre gemeinsam durchzuarbeiten, muss die Beratung abgebrochen werden.

Wir rechnen für eine Beratung ca. 1 ½ bis 2 Stunden, es sei denn, die zu Beratenden sind gut vorbereitet. "Was kostet es?" Auch das wird vor einer Beratung gefragt und besprochen. Die Ehrenamtler freuen sich über eine Spende zur Unterstützung des Vereins, der Hauptamtler berechnet einen Pauschalbetrag.

Ein gutes Gespräch setzt voraus, dass man sich ungestört unterhalten kann. Mit einem Getränk in angenehmer Atmosphäre beginnt die Beratung. Oft ist es so, dass die Menschen von negativen Erfahrungen aus ihrem Umfeld berichten und erklären, weshalb sie sich entschieden haben, Verfügungen zu erstellen. An erster Stelle steht meistens die Patientenverfügung. Es kommt zu einem Gedanken- und Erfahrungsaustausch, wobei die Rolle des Beraters neutral, informierend und beratend sein sollte. Er kann Entscheidungshilfen anbieten, z. B. folgende Gedanken oder Überlegungen:

  • Was verstehe ich unter einem menschenwürdigen Leben?
  • Was ist wichtiger: Lebensqualität oder Lebensdauer?
  • Welche Erfahrungen habe ich mit schweren Krankheiten und Tod gemacht?
  • Welche Bedeutung haben für mich Familie und Freunde?
  • Welche Bedeutung haben für mich Glaube und Religion?

Der Berater sollte aber immer die Selbstbestimmung und die allgemeine Entscheidungsfreiheit der zu Beratenden im Blickfeld behalten und nichtvergessen, dass der Partner eine gewichtige Rolle spielt. Jeder sollte seine Verfügungen so formulieren, wie er sie für richtig hält und nicht, wie es sein Partner möchte. Hierbei sollte der Berater vermitteln, um sicherzustellen, dass auch ein Partner mit anderer Meinung die Verfügungen akzeptieren und umsetzen wird. Selbstbestimmung braucht sowohl Selbstverantwortung als auch das Miteinander. In gesunden Tagen für sich und mit anderen gut überlegt vorzusorgen, hat oberste Priorität.

(Edith Pennartz)

 

 

Ob Sie eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung verfassen: Fachkundige Beratung ist dringend anzuraten!

Unser Ziel ist die Erhaltung Ihrer Souveränität bis zum Ende Ihres Lebens .

Was tun wir, um dieses Ziel zu erreichen?

Wir, d.h. der Betreuungsverein der Diakonie Krefeld und Viersen, beraten Sie gerne, wenn Sie im Raum Krefeld und Umgebung wohnen. Bitte, sprechen Sie uns an. Oder wenden Sie sich an eine Organisation Ihres Vertrauens in Ihrer Umgebung.

Fünf Schritte führen in der Regel zu Ihren Verfügungen:

  • Broschüre "Ohnmacht ohne Vollmacht" durchlesen und evtl. Notizen machen.
  • Überlegen, wer im Notfall Ihre Interessen vertreten soll.
  • Termin vereinbaren.
  • Beratungsgespräch in angenehmer Atmosphäre führen.
  • Verfügungen werden als Ergebnis des Beratungsgesprächs erstellt und ausgehändigt oder zugeschickt.

Zur Vorbereitung auf das Beratungsgespräch hat der Ratsuchende die Möglichkeit, zuhause unsere zum System RuVer gehörende Broschüre 'Ohnmacht ohne Vollmacht' durchzulesen, persönliche Daten einzutragen und sich Notizen zu machen. In einem 1 bis 2-stündigen Einzelgespräch ermitteln fachkundige haupt - oder ehrenamtliche Berater gemeinsam mit den Ratsuchenden in entspannter Atmosphäre deren ganz persönlichen Wünsche. Dabei erfahren sie auch, dass eine Patientenverfügung alleine nicht ausreicht und der Satz 'Ich möchte nicht an Schläuchen hängen' in einer Patientenverfügung nichts zu suchen hat und eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung unbedingt zur Vorsorge dazu gehören. Unsere Berater besprechen mit den Ratsuchenden jeden Textbaustein der Broschüre, weisen auf seine Bedeutung hin und steuern den RuVer-Programmablauf.

Die Verfügenden, meist Ehepaare aber auch Alleinstehende, entscheiden nach Rücksprache und gegebenenfalls mit Blick auf den für sie bereitgestellten PC-Monitor jeder für sich, ob sie einen Textbaustein wollen oder nicht wollen, ob sie die bejahende, die verneinende Form einer Antwort oder lieber einen frei formulierten Text wollen.

Nach der eingehenden Beratung werden die mit Hilfe des Programms RuVer gefertigten Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen, Betreuungsverfügungen u.s.w. ohne Kreuzchen und in der korrekten Form der persönlichen Anrede ausgedruckt und an die Verfügenden übergeben. Als Ergänzung wird noch ein Deckblatt ausgefertigt, auf dem alle Verfügungen übersichtlich aufgelistet sind. Ein Begleitbrief erinnert darüber hinaus noch an einige wichtige Punkte.

Andere Berater bevorzugen andere Vorgehensweisen z.B.:
  • 1. Termin: Allgemeine Information,
  • 2. Termin: Beratungsgespräch,
  • 3. Termin: Erstellung der Verfügungen.

Bedenken Sie bitte :

der Verfügungsassistent und auch Ihr Berater nehmen Ihnen nicht die Verantwortung für den Inhalt der Verfügungen ab!

Faltblatt Deutsch